Landwirtschaftliche Nutztiere

Alle Haustiere stammen von Wildformen ab. Das ursprüngliche Zentrum der Domestikation, d.h. der Zähmung und der Züchtung zu Haustieren, lag wahrscheinlich im Nahen Osten. Die ersten landwirtschaftlichen Nutztiere waren Schafe und Ziegen, die 8000 v. Chr. in dieser Gegend gezähmt wurden. Tausend Jahre später folgte das Schwein in der Türkei, in Griechenland, im Ostseeraum und in China. Dann 6.500 v. Chr. der starke Auerochse in Syrien und erst später, 3.500 v. Chr., das Pferd in der Ukraine.

Seit dieser Zeit hat der Mensch eine enorme Vielfalt von Nutztierrassen geschaffen und über Jahrhunderte an seine Umgebung angepasst. Die Rassen spiegeln verschiedene Kulturlandschaften wider, etwa das schottische Hochlandrind oder die niederdeutsche Moorschnucke.

Mit der Intensivierung der Landwirtschaft wurden die alten Rassen verdrängt und viele an den Rand der Existenz gebracht oder sie starben einfach aus.
In den Ställen und auf den Feldern herrscht mittlerweile eine bedrohliche Monotonie. Das Ausmaß der Verluste ist gewaltig: Vor hundert Jahren gab es in Deutschland über 80 Rinderrassen. Heute gehören 96 Prozent des gesamten Rinderbestandes lediglich vier verschiedenen Rassen an. Noch dramatischer ist die Entwicklung bei den Schweinerassen.

Viele der alten Nutztierrassen haben in der Arche Warder eine Zuhause bekommen und werden hier weiter gezüchtet. 12 verschiedene Schweinerassen, 11 Rinderrassen, 13 Schafsrassen, 7 Ziegenrassen und 8 Pferderassen, viele davon zählen nur wenige hundert Exemplare weltweit.


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