Erhalt & Zucht – das Arche Prinzip

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat eine starke Veränderung im Bereich der Nutztierhaltung eingesetzt. Der Großteil der Tierbestände setzt sich aus einigen wenigen Hochleistungsrassen zusammen. Eine Vielzahl von alten Haus- und Nutztierrassen – über Generationen und Jahrhunderte gezüchtet – ist inzwischen ausgestorben oder nur noch in kleinen Restbeständen vorhanden.

Allein in Deutschland stehen rund 90 Rassen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztiere. Weltweit ist jede dritte Rasse vom Aussterben bedroht. Jeden Monat stirbt eine Rasse!

Mit Unterstützung von Greenpeace will die Arche Warder dem langsamen Sterben entgegen wirken. Ziel ist die Erhaltung der ursprünglichen Vielfalt und damit die Bewahrung wichtiger Genreserven.

Alte Haustierrassen sind wertvoll

Leider ist aufgrund des veränderten Verbraucherverhaltens die Vielvalt auf den landwirtschaftlichen Betrieben fast verschwunden. Hochleistungsrassen werden zur Erzeugung billiger Nahrungsmittel gezüchtet.

Das modenerne Hybridschwein zum Beispiel kann sich im Winter auf der Weide schnell eine Lungenentzündung holen und im Sommer einen Sonnenbrand. Ganz anders das robuste Mangalitza-Wollschwein. Dank seiner dichten Locken fühlt es sich das ganze Jahr über draußen sauwohl und braucht kein teures Mastfutter. Es wird zwar nicht so schwer wie ein Mastschwein und bringt nur 4-8 Ferkel – statt zehn und mehr – zur Welt. Trotzdem machen es seine Eigenschaften ebenso wie die anderer robuster Rassen zu einer unbezahlbaren genetischen Reserve. Stirbt das letzte Mangalitza, sind auch seine Gene für immer verloren.

Erhaltung der ursprünglichen Vielfalt

Um die alten Rassen auf Dauer erhalten zu können, müssen sie einen wirtschaftlichen Nutzen erbringen. Bei aller Niedlichkeit vergessen wir auch in der Arche Warder nicht den Ursprung unserer Schützlinge: es sind Nutztiere und genau wie ihre Hochleistungsverwandten gezüchtet, um eben nützlich zu sein. In der Arche Warder werden daher Schweine, Schafe und Rinder, die nicht für die Zucht in Frage kommen, verkauft oder geschlachtet.

Je gefragter die alten Rassen beim Verbraucher sind, umso mehr werden sie nachgezüchtet – und umso geringer ist ihr Risiko auszusterben. Die Produktqualität von Tieren, die das ganze Jahr auf der Weide gehalten werden, ist wirklich gut. In unserem Hofladen erhalten Sie köstliche Salami und Schinken. Überzeugen Sie sich selbst.

"Die Arche Warder ist einzigartig in Europa. Die dort gehaltenen Rassen sind meist schon vor Jahrhunderten entstanden."
Prof. Sambraus, Professor für Tierhaltung und Verhaltenskunde an der TU München

Die Vielfalt verschwindet
Ohne Unterstützungsmaßnahmen verschwindet Woche für Woche eine Tierrasse unwiderruflich – nicht nur das ökologische Gleichgewicht gerät dadurch immer mehr ins Rutschen. Auch die europäische Esskultur verflacht zunehmend.

Tiere und Menschen
Im modernen Haushalt sind Huhn, Gans, Schwein oder Rind nur noch als Nahrungsmittel vorhanden - ein Kontakt zu lebenden Tieren ist fast völlig aus dem Alltag verschwunden. Bei uns können Besucher eine große Vielzahl an Haus- und Nutztierrassen hautnah erleben. Streicheln und anfassen ist ausdrücklich erwünscht. Denn nur was man kennt – und liebt – wird man schützen.

Arche Warder - Zuflucht für gefährdete Rassen
Die Arche Warder gibt gefährdeten Tierrassen eine dauerhafte Zukunft. Durch Bewahrung, Zucht und Weiterverbreitung haben diese Rassen so wieder eine Chance, von der roten Liste der gefährdeten Arten gestrichen zu werden.